Heute bin ich ein Kreis – vollkommen und perfekt

Die erste bekannte Definition des Kreises geht auf den griechischen Philosophen Platon (ca. 428–348 v. Chr.) zurück:

„Rund ist doch wohl das, dessen äußerste Teile überall vom Mittelpunkt aus gleich weit entfernt sind.“

Der Kreis ist ein Archetyp, ein Urbild. Er ist die vollendetste Form, denn er hat weder Anfang noch Ende. Egal wie wir ihn auf einer Ebene drehen, er sieht immer gleich aus. Daher gilt er in den meisten Kulturen in seiner Grundbedeutung als Symbol der Vollkommenheit, Geschlossenheit, Ganzheit und Perfektion.

Ein Kreuz, ebenfalls ein Archetyp, wird mit den vier Himmelsrichtungen oder den vier Jahreszeiten assoziiert. Es gibt Orientierung. Der Kreis in seiner Unendlichkeit vermag das nicht. In vielen Kulturen wird das Kreuz daher als irdisch und der Kreis als Abbild der Sonne als kosmisch bzw. himmlisch angesehen.

Schon vor 4000 Jahren beschäftigten sich Griechen und Babylonier mit diesem Element und suchten nach Wegen, den Flächeninhalt einer Scheibe zu berechnen.
Sie rechneten A = 3,16049 · r².
Heute wissen wir dass die Gleichung A = π · r² = 3,14159 · r² heisst. Da waren die Griechen der Wahrheit doch schon recht nahe, Hut ab.

Kreis oder doch nur ein Punkt

Wird ein Kreis sehr klein und gefüllt dargestellt, wird er von uns nicht mehr unbedingt als Kreis gesehen, sondern als Punkt. Der Übergang ist fließend. Jeder empfindet es etwas anders, ab wann ein Kreis ein Punkt ist und umgekehrt.

Während ein Punkt etwas Statisches, etwas Festlegendes ist, kommt es uns so vor, als könnte ein Kreis jeden Moment in Bewegung kommen. Das liegt daran, dass wir die Erfahrung haben gemacht haben, dass ein Gegenstand, der rund ist, wie eine Rolle oder ein gleichmäßiger Stab, von selbst zu rollen beginnt, sobald der Untergrund etwas uneben ist.

Rollen oder Walzen nutzten ebenfalls schon die Ägypter, um schwere Gegenstände zu befördern. Zwar musst der Untergrund gut geglättet sein und die Rollen über die gesamte relativ kurze Strecke ausgelegt werden und bei Bedarf immer wieder von hinten nach vorne gebracht werden, aber dadurch konnte sehr hohe Lasten transportiert werden.
Ziemlich zur selben Zeit wurde die rotierende Töpferscheibe erfunden.

Das Rad hat seinen Ursprung wohl in der Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. in Mittel- und Osteuropa sowie in Mesopotamien. In Amerika und Australien war das Rad damals als Transportmittel unbekannt. Damit das Rad ganz gleichmäßig läuft, muss sich die Achse genau in der Mitte befinden.

Zurück zum Kreis.

Setzten wir genau in die Mitte des Kreises einen Punkt, bekommt diese Fläche eine ganz neue Bedeutung. In der Unendlichkeit gibt es plötzlich einen Orientierungspunkt.
Interpretiert wird diese Form als Gegenwart, Ich-Bezogenheit oder als Zentrum und Mitte, die Geborgenheit und Schutz bietet. Diese Punkt-Symmetrie assoziieren wir als Ruhe und Ausgewogenheit.

In unserem Sprachgebrauch finden wir zusammengesetzte Wörter mit „Kreis“ immer dann, wenn es sich um etwas Abgeschlossenes (Stimmkreis), eine Wiederholung (Kreisverkehr) oder eine Gemeinsamkeit (Gesprächskreis) handelt.

Geschlossenheit und Perfektion

In der Logogestaltung wird der Kreis genutzt, um zum einen Geschlossenheit und Perfektion auszudrücken und zum anderen darzustellen, dass etwas in Bewegung kommt.
Viele Autohersteller haben runde Elemente in ihrem Logo. Ebenso hat eine Fluggesellschaft ihren Kranich in den Kreis gesetzt.
Oftmals werden kleine Kreise, fast schon Punkte nebeneinander gesetzt, um verschiedene Unternehmensbereiche darzustellen.
Im ökologischen Bereich bringt der Slogan des bekannten Punktes den Sinn auf den Punkt…

Wenn auch Du die richtige Form und Farbe in Ihrem Logo haben möchtest, ruf mich einfach an. Ich berate Dich gerne.

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